30 Jahre AMOS -Kritische Blätter aus dem Ruhrgebiet
 
Online-Debatte Thema: Palästina
Autor: AMOS Quelle: AMOS  / 199
Titel: Literatur - Tips zum Thema der Online-Debatte
 
 
    Mitri Raheb

Das reformatorische Erbe unter den Palästinensern 
Zur Entstehung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1990
 

     
    Mitri Raheb

Ich bin Christ und Palästinenser. Israel, seine Nachbarn und die Bibel,
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994
 

     
    Ulrike Bechmann / Mitri Raheb (Hrsg.) 

Verwurzelt im Heiligen Land. Einführung in das palästinensische Christentum,
Verlag Josef Knecht, frankfurt a.M. 1995 
 

     
    ... und noch ein Bildband Bethlehem 2ooo... 

Mitri Raheb / Fred Strickert 

Bethlehem 2ooo. Vergangenheit und Gegenwart 

Vorwort: Yassir Arafat und Hans-Jürgen Wischnewski 
Fotos: Garo Nalbandian 
Übersetzung aus dem Englischen: Michael Schiffmann

Palmyra, Heidelberg 1998 - farb. Bild-Text-Band - Großformat - DM 39,8o 

Inzwischen ist dieses schöne und informative Buch erschienen, und wir empfehlen es allen, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen! Egal, aus welchem Bereich jemand etwas wissen will: Alles kommt vor: Geschichte und Archäologie, Kultur, Religion (auch theologische Kontexte und interreligiöse Dialoge und Trialoge), Soziales, Ökonomisches, Ökologisches und Politisches - bis hin zu Fragen, die aus der Besetzung durch Israel resultieren. Es ist kein Fachbuch für wenige Eingeweihte, sondern eine sehr verständliche und ästhetisch gelungene Einführung in das Leben in Bethlehem gestern und heute. uh 
 

     
    Dschabra Ibrahim Dschabra 

Der erste Brunnen. Eine Kindheit in Palästina 
Übers. aus dem Arab.: Kristina Stock 
Lenos, Basel 1997 - DM 34,-- 

Das literarische Werk des 192o in Bethlehem geborenen Anglisten, Literaturkritikers und Übersetzers englischsprachiger Literatur ins Arabische, der 1948 aus Palästina vertrieben wurde und bis zu seinem Tod 1994 im Irak lebte, ist eindrucksvoll und zeigt eine Vielzahl von Facetten palästinensischer multikultureller, multireligiöser Erfahrungen. Hier erzählt er von seinem Alltag als Kind christllich orientierter Eltern im Bethlehem der zwanziger Jahre. 

Ute Hüttmann 
 

     
    Emil Habibi
 
Das Tal der Dschinnen. Roman aus Palästina
Übersetzung aus dem Arab.: Hartmut Fähndrich / Edward Badeen 
Lenos, Basel 1997 - DM 18,-- 
 
     
    Sarâja, das Dämonenkind
Eine spätherbstliche Fabuliererei aus Palästina.
 
Übers. aus dem Arab.: Nuha Forst / Angelika Rahmer / Hartmut Fähndrich
Lenos, Basel 1997 - DM 38,-- 
 
Der 1921 in Nazareth geborene und 1996 in Haifa gestorbene - mit vielen israelischen Preisen (z.B. als erster Araber mit dem Israelischen Staatspreis für Literatur) und palästinensischen Preisen (z.B. dem Jerusalem-Preis der PLO) geehrte - Schriftsteller, Kritiker, Moralist, Literat, Verleger war sein Leben lang ein `Meister der Ironie und des Spotts' (Tahar Ben Jelloun) und ein unermüdlicher Friedensarbeiter. Nach ,,Der Peptimist oder Von den seltsamen Vorfällen um das Verschwinden Saids des Glücklosen `` sind obige Bücher seine letzten Prosatexte. Ich finde sie hinreißend - auch zum Verschenken. 
 
Ute Hüttmann 
 
     
    Andrew Humphreys / Neil Tilbury 
 
Israel and the Palestinian Territories.  A Lonely Planet Travel Survival Kit
Hawthorn, Australien 1996 - in engl. Sprache - DM 38,5o
bestellbar bei: Brettschneider Fernreisebedarf, München
(Fon: o89-99o2o33o - Fax: o89-99o2o331) 
 
4oo Seiten dick ist dieses - leider bisher nur in engl. Sprache veröffentlichte - Reisehandbuch, und wer nach Palästina fährt, sollte es unbedingt mitnehmen. Da ist - neben der großen Anzahl von Karten und Graphiken - ungeheuer vieles drin, was sonst lange recherchiert werden müßte - bis hin zur Adresse eines kleinen Arafat-Fan-Ladens in Gaza. Ute Hüttmann
 
     
    Felicia Langer
 
Laßt uns wie Menschen leben. Schein und Wirklichkeit in Palästina
Lamuv, Göttingen 1996 - DM 32,-- 
 
Die israelische Anwältin, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Autorin (z.B.: ,,Die Zeit der Steine. Eine israelische Jüdin über den palä#stinensischen Widerstand. `` und ,,Zorn und Hoffnung. Autobiographie`` ), die seit Jahren in Deutschland lebt, gibt Auskunft über die dramatische Lage, in der sich die immer noch unter der Besatzung leidende palästinensische Bevölkerung befindet: keine Souveränität, kaum Erwerbsarbeit, kaum Land, kaum Wasser, oft abgeriegelt und in jeder Weise schikaniert und vertrieben. Die erlittene Gewalt setzt sich fort in Teilen der palästinensischen Gesellschaft und auch Führung durch Willkür, Despotismus, auch hier Menschenrechtsverletzungen. Dieses Buch ist - wie das von Edward W. Said - für die aktuelle Information und Diskussion unverzichtbar. 
 
Ute Hüttmann 
 
     
    Philippe Lemarchand / Lamia Radi 
 
Israel und Palästina morgen. Ein geopolitischer Atlas
Übersetzung aus dem Französischen: Enrico Heinemann / Ursel Schäfer 
Westermann, Braunschweig 1997 - DM 19,8o 
 
Wer geographisches Material suchte, war vor Erscheinen dieses Buches ziemlich aufgeschmissen. Die Karten und Graphiken über die israelischen Siedlungen und die militärische Präsenz, über die ökonomische und soziale Lage der palästinensischen Bevölkerung, über Wasserverteilung, Tourismus u.a. sind eine große Hilfe beim Verstehen der aktuellen Situation und Diskussion. 
 
Ute Hüttmann 
 
     
    Michel Rauch
 
Israel und Palästina. Richtig Reisen 
Dumont, Köln 1996 - DM 39,8o 
 
Politisch m.E. zwar noch nicht genügend, ist dieser Reiseführer für Palästina-Reisende aber doch ein sehr nützliches Buch - ich finde, ein guter Einstieg ins Reisebüchermachen über palästinensische Regionen und Realitäten. 
 
Ute Hüttmann 
 
     
    Edward W. Said
 
Frieden in Nahost? Essays über Israel und Palästina
Vorwort: Felicia Langer 
Palmyra, Heidelberg 1997 - DM 34,-- 
 
Diese soeben in deutscher Sprache erschienenen politischen Aufsätze zur aktuellen Lage in Palästina sind in doppelter Weise wichtig: Der weithin bekannte Literatur- und Anglistikwissenschaftler (unlängst Referent bei der Dokumenta in Kassel) und langjährige PLO-Vertreter in den USA zieht hier kritische Bilanz sowohl der israelischen Methoden, die palästinensische Seite auch mittels der `Friedens'-Abkommen' über den Tisch zu ziehen (z.B. durch ungehinderte Expansion von Siedlungen auf besetztem Gebiet und der Ghettoisierung der palästinensischen teilautonomen Gebiete) - als auch der Schwächen der palästinensischen politischen Führung. Wer heute die Lage nicht geschönt kennen will, muß dieses Buch (und das von F. Langer) unbedingt lesen. 
Ute Hüttmann
 
     
    P a l ä s t i n a - M a t e r i a l 
 
Der S t e r n v o n J e r u s a l e m - gefertigt in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Beit Jala (nahe Bethlehem/Palästina): Sieben Rhomben aus Olivenholz (mit einer Mulde für Teelichte) werden auf einen Mittelpunkt hin so zusammengelegt, daß ein siebenfacher Stern entsteht. Die Sieben gilt traditionell als `heilige Zahl', sie symbolisiert Fülle, Vollkommenheit (s. Sprüche 7,1 oder Offb. 4,5).
 
Die sieben Teile lassen sich auch anders anordnen - oder einzeln verschenken.
 
Jeder siebenteilige Stern ist originalverpackt und kann bestellt werden zum Preis von je DM 3o,-- plus Versandkosten beim Berliner Missionswerk - Fon: o 3o-85o oo4-o, Handjerystraße 19-2o - D-12159 Berlin.
 
     
     Die 7. Auflage - erweitert und aktualisiert - ist erschienen!

Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine. Eine palästinensische Lebensgeschichte. 
 
Mit einem historischen Abriß von Arnold Hottinger
Hrsg. Rosmarie Kurz und Chudi Bürgi 
 
Lenos, Basel 1995 bzw. 1998 - 279 S. - mit Fotos - DM 34,--
 

     
    Helmut Mejcher 
 
Sinai, 5. Juni 1967. Krisenherd Naher und Mittlerer Osten
dtv, München 1998 - 3o2 S. - mit Karten/Zeittafeln - DM 19,9o

Der Autor ist seit vielen Jahren Experte in Nahostfragen; seit 1977 ist er mit diesem Schwerpunkt Professor für Neuere Geschichte an der Uni Hamburg. In diesem Buch untersucht und beschreibt er die Geschichte der Nahost-Region seit 1917, die israelisch-arabischen Konflikte, den Terrorismus sowie den jüdischen bzw. islamischen Fundamentalismus. Ute Hüttmann 
 

     
    Ludwig Watzal: 
 
Friedensfeinde. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina in Geschichte und Gegenwart.
Aufbau, Berlin 1998 - 3o3 S. - mit Karten - DM 19,9o 
 
Der Autor, freier Journalist in Bonn, hat u.a. zur Frage der Menschenrechte im Nahen Osten veröffentlicht. In diesem Buch beschreibt er die israelisch-palästinensischen Beziehungen vom Beginn der zionistischen Besiedelung über die `Friedensabkommen' bis heute zur Regierung Netanyahus als Konflikteskalation, kommentiert israelische und palästinensische Menschenrechtsverletzungen und analysiert die internationale wie regionale Rolle Israels sowie Israels innenpolitische Spaltungen. Ute Hüttmann 
 
     
    Galiläa und Bethlehem. Lokalkolorit damals und heute
 
Hrsg. von den TeilnehmerInnen des Pastoralkollegs 1.6/97 der EKvW: Intensivseminar vom 31.5. - 14.6.1997 in Israel und Palästina
 
Bestellungen zum Unkostenbeitrag von DM 15,-- plus Versandkosten bei:
Pfarrer Volkert Bahrenberg - Lindenstraße 3 - 59581 Warstein
 
Protokolle einer Reise, die westfälische PfarrerInnen und eine Journalistin im `Heiligen Land' zu neuen - archäologischen, kulturellen, theologischen und politischen - Erkenntnissen führte: kein langweiliges Reisetagebuch nach dem Muster `...und dann besichtigten...und dann sahen...und dann erfuhren wir...' ist entstanden, sondern eine Quelle für Informatives, Bedenkenswertes, Herausforderndes. 
 
,,Inkarnatorischer Theologie `` - das Wort Gottes wurde F l e i s c h (Joh. 1,14), nicht Begriff, nicht Theologie - so heißt es im Vorwort dieses Berichtbandes, trug die vom Pastoralkolleg der westfälischen Kirche durchgeführte Studienreise Rechnung. Auch die in diesen Protokollen beschriebenen Wahrnehmungen lassen etwas von der Geschichte des die Menschen aufsuchenden Gottes erspüren, wie es im Nachwort heißt. Die Beiträge geben deutlich von ihrer Verortung Zeugnis: Sie stehen nämlich im Schnittbereich der Besichtigungen beeindruckender archäologischer, d.h. menschlich-kultureller Leistungen - und erschreckender Begegnungen mit ,,lebendigen Steinen`` , also in Israel/Palästina heute lebenden Menschen, deren Alltag von Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit gekennzeichnet ist. 
 
Wer sich über die Verhältnisbestimmung der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Israel nach der Shoa informieren möchte, erhält durch den einführenden Aufsatz von Hans-Jürgen Abromeit solide Auskunft. ,,Die Wahrheit ist konkret `` (Brecht). Infolgedessen darf niemand erschrecken, wenn Abromeit von einem ,,...Vergessen der palästinensischen Brüder und Schwestern durch die offizielle Evangelische Kirche in Deutschland zugunsten einer Solidarität mit Israel als Volk und Staat...`` (S.11) spricht. Erschreckend konkret rückt diese Wahrheit den ,,BesucherInnen`` in den versandeten Slums von Gaza auf den Leib, erschreckend konkret wird die himmelschreiende Einseitigkeit der EKD-Position hier erfahren, erlitten - an dem seit Jahrzehnten vergessenen Ort, dem Ghetto für Millionen Menschen. Die beiden ,,besichtigten `` Flüchtlingslager Shati und Jabalia ,,...sind Slums - ohne jegliche Kanalisation und z. T. auch ohne Wasser und Strom. Die Abwässer fließen auf den Wegen, der Abfall liegt mitten auf den Straßen. Die häufig nur notdürftig selbst zusammengebauten Hütten aus Wellblech, Brettern, Pappe, Ästen u.a. stehen eng beieinander, nur teilweise unterbrochen von breiten Straßen, die der besseren Kontrolle durch israelische Militärfahrzeuge dienen`` (S. 94). 3000 bis 4000 ,,...israelische Siedler besitzen mehr als 25% (oder gar 40%) des 365 qkm großen Gaza-Streifens. Die Wasserproblematik ist dramatisch, weil die wenigen jüdischen Siedler fast die Hälfte des zur Verfügung stehenden Wassers verbrauchen`` (S. 93).
 
Neben diesen das sogenannte `Heilige Land' kennzeichnenden Wahrnehmungen bietet der Berichtband natürlich auch ausführliche Informationen über traditionelle und prägende Orte und Landschaften unter historischen, archäologischen und biblischen Gesichtspunkten. Beth-She´an, Akko, Bethlehem, Hebron, Tabgha, Kapernaum, Emmaus kommen z. B. genauso zur Sprache wie das Hule-Naturreservat oder die Entstehung eines Tells. Auskünfte über die Drusen und die Bahai fehlen ebensowenig wie die Dokumentation von Begegnungen mit Repräsentanten aus den Religionen, aus Gesellschaft, Politik und Kirche. Der am 5.1.1998 eingeführte Bischof der Evangelisch Lutherischen Kirche Jordaniens (ELCJ) sagte in einer Begegnung über die Rolle der Kirche in Palästina: ,,Wir beten, wir bitten um Heilung und Versöhnung - für die Siedler..., für die Flüchtlinge..., für Jerusalem... Jerusalem belongs to us - die Juden sagen dies, die Moslems sagen dies, wir Christen sagen dies...`` (S. 99), politischer Zündstoff allemal. 
 
Wer sich informieren möchte, gar eine Reise nach Israel/Palästina plant, ist gut beraten, nach diesem sehr übersichtlich gestalteten Berichtband zu greifen. Ein Literatur- und Adressenverzeichnis runden den Band ab. 
 
Volker Kuhlemann
 
     
 
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